Entkusseln – Ringeln         
von Manfred Koch

Beides sind Methoden, den Gehölzaufwuchs zurückzudrängen, und werden häufig in Hochmooren angewendet.

Auf Hochmoorflächen, deren Torfkörper nicht ganzjährig einen Wasserstand zwischen 0 und 20cm unter Flur aufweisen, breitet sich zunächst vor allem Pfeifengras aus, dann folgen normalerweise verschiedene Gehölze, vor allem Birken. Dadurch wird die Verdunstung verstärkt und und der Wasserstand noch ungünstiger.

Um das zu vermeiden, wurden solche Flächen „entkusselt“, in vielen Fällen alljährlich und über etliche Jahre. Dabei wurde der Gehölzaufwuchs abgesägt oder mit dem Freischneider gemäht. Das Holz und Reisig musste möglichst heraus geschafft (fast immer von Hand!)werden, um einen Nährstoffschub durch das vermodernde Holz zu vermeiden.

Das Problem beim Entkusseln ist der starke Neuaustrieb bei den vielen Birkenstümpfen. Um dies zu vermeiden, sollte man heute nach Möglichkeit anders verfahren.

Geschlossene Gehölzbestände werden aufgelichtet, indem man einen Teil der Stämme „ringelt“. Dabei wird die Rinde um den Stamm herum 10 bis 20 cm breit bis ins Holz entfernt. Der Baum stirbt langsam ab. Das tote Holz  zersetzt sich langsam, bei älteren Bäumen über etliche Jahre. Auf dem Totholz bilden sich artenreiche Lebensgemeinschaften, die die Nährstoffe schon teilweise aufzehren.

Die verbliebenen Gehölze bremsen den besonders im Sommer stark trocknenden Wind und im lichten Schatten der Birkenkronen können sich auf der feuchter bleibenden Bodenoberfläche Moose ansiedeln, eventuell sogar Torfmoosarten, die den Schatten vertragen.

Wenn Schafe und Ziegen das Laub des Gehölzaufwuchses noch erreichen, ist die zeitweilige Beweidung (Tag- und Nachtpferch außerhalb der Moorfläche) ideal. Dadurch wird auch das Pfeifengras erheblich zurückgedrängt.

Wenn zu der Kombination „Ringeln und Beweidung“ durch Rückhalt des Niederschlagwassers der Wasserstand angehoben werden kann, wird sich die Situation des Hochmoores verbessern lassen.